Die Vererbung ist ein sehr komplexer Vorgang. Als Züchter muß man nicht Genetiker sein, sollte aber über gründliche Kenntnisse in der Hundezucht verfügen. Da in keinem Hundezuchtverband Vorkenntnisse Bedingung sind oder gar abgefragt werden, bleibt die Aufgabe dem Hundekäufer vorbehalten, einen Vermehrer von einem Züchter zu unterscheiden.
Der Biohund ist auf genetische Vielfalt gezüchtet, keine Inzucht, keine enge Linienzucht. Auch die Fütterung spielt eine große Rolle. Nur Futter in Lebensmittelqualität kommt in den Hundenapf. Regelmäßig Rinderherz, Pansen, Hühnereier, Hüttenkäse, Magerquark runden das Angebot ab.
Inzucht ist ein die Gesundheit und Vitalität zerstörender Prozeß, was heute unter Biologen und Genetikern unstrittig ist.
Vor ca. 25 Jahren wurde von Prof. Dr. Schleger (Institut für Tierzucht und Genetik in Wien) bereits darauf hingewiesen, daß es
mit der Gesundheit unserer Hunde immer schneller bergab geht (Literatur: "Hundezucht in Theorie und Praxis" von Prof.
Schleger und Prof. Stur).
Unter Inzucht/Linienzucht versteht man Verpaarungen, die enger miteinander verwandt sind als der Rassedurchschnitt,
z.B. Halbgeschwisterverpaarungen.
In vielen Adelshäusern gab es gesundheitliche Probleme, weil Ehen oft unter engsten Verwandten geschlossen wurden. Auch der Untergang der Habsburger ist auf Inzucht zurückzuführen; das haben Forscher der Universität Santiago de Compostella festgestellt.
Die homozygoten (reinerbigen) Gene steigen, dadurch entsteht die Einschränkung der genetischen Vielfalt. Gene, die
durch Inzucht homozygot werden, können erwünschte Eigenschaften bedingen, aber natürlich auch unerwünschte.
Negative Folgen z.B.:
Es gibt z.B. keinen Grund dafür, weshalb eine Rasse zu einer bestimmten Augenkrankheit neigt. Dies ist allein ein Beispiel
dafür, daß hier ein Defektgen weitergegeben wurde.
Positive Folgen z.B.:
Erwünschte Eigenschaften können gefestigt werden. Es lassen sich relativ schnell uniforme, standardisierte Exemplare
produzieren, das gelingt aber nur auf Äußerlichkeiten bezogen, (eine solche Produktion läßt sich natürlich auch ohne
Engzucht erreichen, aber es dauert eventuell länger und erfordert mehr Fingerspitzengefühl bei der Wahl der
Paarungspartner). Die Frage ist weiterhin, ob die Fangemeinde von Schnauzern und anderen Rassehunden sich nicht viel
lieber eine Vielfalt von unterschiedlichen Tieren erhalten möchte und gar nicht einverstanden ist mit der Monokultur,
die einige Züchter kreieren?
Schadhafte Gene kommen in jedem Hund vor, das ist normal und verursacht selten Schäden, weil sich die Natur selbst hilft. Ein gesundes Gen eines Elternteiles kann ein krankes Gen überdecken, vorausgesetzt ist die genetische Vielfalt. Verwandte Hunde hingegen haben eine größere Anzahl identischer Defektgene, die genetische Vielfalt fehlt. Verpaart man diese Hunde, ist oft kein gesundes Gen vorhanden, um das krankmachende zu überdecken. Ein Hund kann dadurch sofort oder später erkranken. Es kann aber auch sein, daß er selbst nicht erkrankt, die Defektgene jedoch an seine Nachkommen weitergibt. Die Befürworter der engen Zuchtstrategien sagen einerseits, daß es positiv sei, weil Defektgene häufig früher zutage treten und man diese angeblich so schneller und gezielter ausmerzen könnte. Andererseits könne die Zucht mit Hilfe des Inzuchtkoeffizienten so gesteuert werden, daß es nicht zu Inzuchtschäden kommen soll. Da erkennt man schon einen Widerspruch.
Er stellt eine rechnerische Beziehung von dem Verwandtschaftsgrad mütterlicher und väterlicher Ahnen her. Der IK ist nur ein Hilfsmittel, das leicht in die Irre führen kann. Häufig ist ein Blick mit gesundem Menschenverstand auf die Ahnentafel wertvoller als dieser Rechenwert. Bedenkt man, daß es 100000 verschiedene Erbinformationen gibt, wird jede Rechnerei völlig lächerlich. Zudem hat sich vor ca. 150 Jahren das aus England stammende, auf Rassereinheit und Inzucht basierende Zuchtsystem, durchgesetzt. Diese lange Phase führte zu einer Potenzierung ungünstiger genetischer Faktoren; Unterschiede natürlich in jeder Rasse, je nach Populationsgröße. In der Berechnung des IK berücksichtigt man aber lediglich 4-5 Generationen. Außerdem, wenn ein Ahne nur bei einem der Elterntiere mehrmals vorkommt, besteht nach der IK Berechnung keine Inzucht.
Gezielte und absolut konsequente Nachkommenkontrolle wäre nötig mit lückenlosen Aufzeichnungen. 100%ige Ehrlichkeit!!!
Kein Verschweigen, wenn mißgebildete Welpen fallen oder Erkrankungen bzw. Anfälligkeiten auftreten.
Viele Erkrankungen werden aber nicht in der Wurfkiste erkannt, das sorgt für ein trügerisches Sicherheitsgefühl,
es können also doch Jahre vergehen bis reagiert werden kann.
Sofortiger Zuchtausschluß, wenn Tiere erkranken, auch der Eltern von Merkmalträgern, der Vollgeschwister
und aller Nachkommen, auch, wenn sie noch nicht erkrankt sind; das wäre dann nötig.
Es gibt über 450 genetisch bedingte Erkrankungen.
Lebenserwartung Rassehund durchschnittlich 7 Jahre - 50% der Rassehunde sind bereits mit 6,5 Jahren
verstorben, 50% der Mischlinge mit 8,5 Jahren, obwohl sie nicht aus fürsorglicher Qualitätszucht stammen
(nach Patronek 1997). In Amerika sinkt die Lebenserwartung der Rassehunde stetig weiter.
Lebenserwartung Wolf (Wölfe im Zoo) hingegen beträgt 12 Jahre (in der freien Natur sind die Leitpaare im
Wolfsrudel nicht miteinander verwandt. Jungwölfe wandern oft viele hundert Kilometer, um geeignete
Paarungspartner zu finden, die nicht mit ihnen verwandt sind).
Erbdefekte sind das größte Problem der modernen Hundezucht. Inzucht / Linienzucht ist aus diesem Grunde als Tierquälerei
zu bewerten, denn, daß Tiere schwer erkranken wird bewußt in Kauf genommen. Auszucht ist
praktizierter Tierschutz (Zitat aus Hundezucht 2000 von Helmut Wachtel).
Näheres über Inzuchtrisiken findet man z.B. unter:
Genetische Sackgasse (bitte anklicken)
Einen weiteren interessanten Artikel finden Sie unter:
www.hunde.com
Ganz besonders ans Herz legen möchten wir allen Interessierten die folgenden 4 Videofilme (bitte Link anklicken):
Videos Inzuchtproblematik
Mehr als 80 anerkannte Hunderassen leiden an eklatanten Missständen durch Inzucht und Linienzucht.
(Stern TV Sendung vom 03.11.2010 - Reine Rassen und doch verkrüppelt).
Möpse mit Atemnot. Wer als Mensch unter Asthma leidet kann erahnen, was ein Mops aushalten muß.
Häufung von:
Wir könnten die Liste endlos fortsetzen. Es ist ein Drama und bedeutet unendliches Leid für diese Tiere.
Unzählige Appelle gegen die Inzucht von führenden Genetikern (u.a. Dr. Irene Stur, Dr. Wachtel),
Tierärzten, Dortmunder Appell, verhallen immer noch unbeachtet.
dortmunder-appell (bitte anklicken)
Es gibt bereits Vorsorgeuntersuchungen, u.a. auf erbliche Augen- und Herzerkrankungen.
Bei einigen Rassen ist der Erbgang bereits eindeutig nachgewiesen. Beim "Pon" gab es eine größere
Untersuchungsreihe (www.tg-tierzucht.de/InzuchtPublikation,herz_aph.pdf.) die zeigt, wie brisant die
Situation ist. 169 Hunde standen zur Verfügung, davon wurde bei 102 Tieren eine krankhafte Veränderung
des Herzens nachgewiesen. In ersten Untersuchungen ist bereits eine hohe Erblichkeit festzustellen. Das
sollte Züchter eigentlich sehr, sehr nachdenklich stimmen, insbesondere vor dem Hintergrund der
Produkthaftung. Diese Tiere werden natürlich nicht weiter für die Zucht zugelassen. Wäre es aber nicht
viel besser durch gezielte Auszucht dafür zu sorgen, daß es gar nicht erst soweit kommt?
Oft sind es Tierschützer, die erkrankte Tiere aufnehmen. Sofern sie nicht umgehend eingeschläfert
werden müssen, ermöglichen diese ihnen noch einige schöne Lebensjahre. Daß viele Tierschützer
auf Züchter sehr, sehr schlecht zu sprechen sind, wen wundert es?
Bei über 140 Erhaltungsprogrammen der Zoos für gefährdete Wildarten (EEP) wird Vorsorge betrieben, die
Vermeidung von Inzucht hat erste Prämisse. Warum ignorieren viele Rassehundezüchter all diese Erkenntnisse?
Ein Zuchtrichter, der 40-60 Rassehunde an einem Tag beurteilen muß, kann sich kaum ein Urteil über das Wesen
des jeweiligen Hundes oder gar den Gesundheitszustand bilden. Da Ahnentafeln in der Regel nicht vorliegen,
ist dem Richter auch nicht bekannt, ob er sein Urteil über ein ingezüchtetes Tier abgibt; vielleicht sogar
einem absoluten Inzuchtprodukt gerade einen Championtitel verleiht. (Wir können anhand zahlreicher Ahnentafeln
belegen, daß extrem ingezogene Rüden über diverse Ehrungen und Championtitel verfügen).
Diese Titel (Klubsieger, Champion usw.) sind für viele Züchter ungemein wichtig. So wagen sich auch
absolute Anfänger in der Zucht an engste Verpaarungen, um möglichst schnell besonders schöne Hunde
zu erhalten in der Hoffnung, später auf Ausstellungen mit diesen Inzuchtprodukten zu glänzen.
Vergessen oder verdrängt wird dabei leider allzu oft, daß Inzucht krank macht.
Wer seine Besorgnis laut verkündet, befindet sich schnell in der Rolle des "Nestbeschmutzers". Jeder
weiß, daß Defekte zunehmen, aber keiner will es hören. Dabei kann jeder Hund, der durch Inzucht
oder Linienzucht einen Defekt (Minderleistung) aufweist in die Rubrik "Qualzucht" eingereiht werden.
Beim Hovawart im VDH ist der Zuchteinsatz von Rüden zur Erhaltung der genetischen Vielfalt begrenzt und
der Landesgruppenzuchtwart berät den Züchter bei der Wahl des Deckrüden.
Bei den Schnauzern ist eine derartige Vorgehensweise nicht üblich. So findet man einige Moderüden
heute fast in jeder Ahnentafel. Uns liegen die Ahnentafeln (Kopien) von nahezu allen hoch frequentierten
Rüden ss vor, die zur Zeit im Deckeinsatz sind. Wir können belegen, daß beinahe alle miteinander
verwandt sind.
Realität ist, daß Welpenkäufer selten transparent und detailliert über enge Verpaarung aufgeklärt werden. Näheres dazu unter "Welpenkauf ABC" auf dieser Homepage.
Wir züchten mit einigen gleichgesinnten Züchtern Biohunde, weil wir Inzucht in jeder Form verabscheuen.
Dabei wird strikt nach den Anforderungen von Dr. H. Wachtel (Hundezucht 2000) vorgegangen. Es gibt nur
Verpaarungen von Hunden, die sehr geringfügig, im Idealfall gar nicht miteinander verwandt sind.
Die jahrzehntelang betriebene Linienzucht können wir damit nicht 100%ig kompensieren; aber es ist
erwiesen, daß bereits einmalige Auszucht zu deutlichen Verbesserungen der Gesundheit und Widerstandskraft
führt.
Unsere Hunde werden zu einem fairen Preis angeboten, sind jedoch nichts für Schnäppchenjäger.
Wer einen sicheren ??? Ausstellungschampion haben will, der ist bei uns an der falschen Adresse. Und
diejenigen, die ganz, ganz schnell einen Hund wollen, haben beim Zwinger vom Drosselbart oft auch kein Glück.
Unsere Züchter halten maximal 6 Hunde. Dazu gehören in der Regel auch Junghunde und Senioren. Maßstab ist die
Größe eines Wolfrudels, die Einhaltung dieser Anzahl sichert unseren Hunden ein streßfreies Leben - auch das
gehört für uns zur Biohundezucht. Wer also einen Biohund erwerben möchte, muß eventuell etwas Geduld mitbringen.
